Community SUMMIT & Brand Community FORUM 2008

Pre-Conference 1 / Social Media FORUM / 29.09.2008

Get Conversational als neues Medienkonzept

10:00
  • "Conversational Media" ist eine amerikanische Bezeichnung für einen neuen Typus von Medienkonzepten, die das Sender-Nachricht-Empfänger-Modell durch ein Dialog- und Community-Verständnis ersetzen. Ehrhardt F. Heinold diskutiert die internen Veränderungsprozesse auf das "verlegerische und journalistische" Selbstverständnis wie auch auf Mitarbeiter und Organisation.
Workshops
  • 1) Hr Heinold, Sie sprechen beim kommenden Social Media FORUM über den Wandel der Medienunternehmen hin zum Community-Organizer. Mit welchen drei Stichworten lässt sich Ihr Vortrag auszeichnen?
  • Im Kern diskutiere ich die Frage: Was war ein Verlag bisher? Und was wird er zukünftig sein müssen, um weiterhin erfolgreich bestehen zu können? Die neuen Herausforderungen in drei Stichworten: Digitalisierung, Mediennutzung, Selbstverständnis.
  • 2) Was sind die Ursachen für den von Ihnen skizzierten Wandel?
  • Im Mittelpunkt steht die Veränderung des Mediennutzungs- und Kommunikationsverhalten der Nutzer. Dies lässt sich vor allem bei den jungen Mediennutzern erkennen: Das Internet entwickelt sich nicht nur als Leitmedium für die Mediennutzung, also für Unterhaltung und Information, sondern auch für Kommunikation und Networking. Mehr noch: Das Internet wird zu einem Teil der Identität. Ein Schüler ohne eine Profil in einer Community ist fast nicht mehr vorstellbar...
  • 3) Eine von Ihnen angeführte Ursache ist ein verändertes Medienverhalten. Was verstehen Sie hierunter?
  • Da sehe ich zwei Hauptrichtungen: Zum einen die "digitale Fragmentierung" des Medienkonsums, durch den sich klassische Medienformate wie die CD, die DVD, die Zeitschrift oder auch das Fernsehsendeschema auflösen. Die Mediennutzer wollen zunehmend selbst bestimmen, welchen Medieninhalt sie wann und wo konsumieren.
  • Zum anderen wird das Medienverhalten durch eine zunehmende Aktivität der Nutzer bestimmt, bei der nicht mehr nur konsumiert, sondern auch aktiv selbst Inhalte produziert werden.
  • 4) Ist der Wandel bzw. die Anforderung zur Wandlung bei den Medienunternehmen schon angekommen?
  • Ja. Wobei ich unterscheiden möchte zwischen dem Wissen um diesen Wandel und der Reaktion darauf. Hier gibt es bei vielen Verlagen und Medienunternehmen noch immer einen Widerspruch. Das größte Problem bei der Umsetzung neuer Konzepte bereiten die oft nicht klaren Erlösmodelle und die fehlenden internen Voraussetzungen wie Personal, Knowhow oder finanzielle Mittel.
  • 5) Was wird uns in den kommenden Jahren noch erwarten? Führt dieser Umbruch zur Etablierung neuer Medienunternehmen bzw. zum Ausbau ihrer Position im Medien-Mix - wie z.B. Blog-Netzwerke oder Social-Networks?
  • Wir werden beides erleben: Bestehende Medienunternehmen, die den Wandel aktiv mit gestalten, können mit ihren etablierten Medienmarken, aber auch mit neuen Internetangeboten ganz vorne dabei sein, aber auch Neugründungen haben eine Chance. Insgesamt werden wir einen Wandel erleben von einmedial geprägten Broadcastingunternehmen wie z.B. einer Tageszeitungsverlag oder einem Fernsehsender zu mehrmedial agierenden Community-Publishern, die auf allen Kanälen Inhalte verbreiten und sich mit ihren Kunden in einer neuen Dimension vernetzen.
Ehrhardt F. Heinold, Heinold, Spiller & Partner Ehrhardt F. Heinold Geschäftsführer, Heinold, Spiller & Partner
10:30
Fallbeispiel: Blog- und Community-Strategie des Guardian.co.uk
  • Die Integration von Weblogs als "Conversational Media"-Ansatz wird von immer mehr Medienunternehmen angedacht. Welche Erfahrungen ein Medienunternehmen mit diesem Ansatz - insbesondere in dem gegenüber Deutschland weiterentwickelten, französischen Weblog-Umfeld - gemacht hat, ist Gegenstand dieses Vortrages.
Workshops
    Meg Pickard, Guardian Media Meg Pickard Head of Communities & User Experience, Guardian Media
    11:00
    Kaffeepause
      Workshops

        Integration von Blogs und Social Media als neue Herausforderung für die Redaktionsorganisation

        11:30
        Fallstudie: Herausforderung "Conversational Media" am Beispiel der Financial Times Deutschland
        • Die Financial Times Deutschland experimentiert seit geraumer Zeit mit einer Diskussionsplattform, Artikelbewertungen und anderen partizipativen Konzepten herum. Martin Virtel berichtet die Erfahrungen und die Herausforderungen mit diesen Konzeptansätzen.
        Workshops
          Martin Virtel, Financial Times Deutschland Martin Virtel Editorial Projects & Development, Financial Times Deutschland
          12:00
          • Spezialisierte Fachtitel und dialogorientierte Weblogs sind Gegenstand des Medienangebotes des Verlags Spektrum der Wissenschaft. Dr. Carsten Könneker erläutert, welche Ideen, Ziele und Erfahrungen hinter dieser Strategie liegen.
          Workshops
          • 1) Hr Dr Könnecker, Sie erläutern beim kommenden Social Media FORUM das Konzept und Ihre Erfahrungswerte mit Scilogs, einem Weblog-Konzept des Verlages Spektrum der Wissenschaft. Mit welchen drei Stichworten lässt sich Ihr Vortrag ver-"taggen"?
          • Wissenschaft, Medien, Interaktion
          • 2) Was ist die Idee und das Konzept hinter Scilogs?
          • Wir nutzen die Stärken des Mediums Blog, um Themen der Wissenschaft in neuer Form zu präsentieren: nämlich persönlich, authentisch, interaktiv. In einer fast familiären Atmosphäre bloggen auf 4 thematisch unterschiedlich ausgerichtenen Portalen Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten gemeinsam. Die vier Unterportale sind brainlogs.de, kosmologs.de, wissenslogs.de und chronologs.de.
          • 3) Schreibt ein jeder Ihrer Redakteure auch in einem Weblog? Wieviele Blogs gibt es?
          • Die Scilogs umfasen knapp 60 Blogs - davon werden nur drei von Redakteuren betrieben. Diese drei Kollegen bloggen im Wesentlichen aus Lust an der Freude, in ihrer Freizeit.
          • 4) Haben Sie Ihre Leser schon "abgeholt" - sprich wie gut ist die Kommentaraktivität in Ihren Blogs?
          • Exorbitant erfreulich. Wir haben Posts mit teils mehreren hundert qualifizierten Kommentaren. Auch die Wissenschaftler unter den Bloggern gehen bis auf Ausnahmen aktiv auf die Kommentare aus der Community ein. So wird Wissenschaft menschlich und greifbar. Die User schätzen das sehr.
          • 5) Kannibalisieren Sie sich mit Scilogs nicht selbst? Schliesslich ist bei der Zielgruppe nur von einer limitierten Zeit- und Aufmerksamkeitsmenge auszugehen - was nun auch die Scilogs angreifen?
          • Sollten Wissenschaftsblogs Aufmerksamkeit von unseren redaktionellen Angeboten abziehen, dann ist es ja gerade gut, wenn wir diese Wissenschaftsblogs selbst im Verlag bündeln. Durch eine umfassende, von drei Säulen getragene Crossmedia-Strategie (Blogs, Printmagazine, Magazinwebseiten) nutzen wir die Stärken der Blogs auch, um unsere redaktionellen Bezahlangebote zu bewerben und die Bekanntheit unserer jungen Zeitschriften wie z.B: Gehirn&Geist zu steigern.
          Dr. Carsten Könnecker, Spektrum der Wissenschaft, Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck Dr. Carsten Könnecker Chefredakteur Gehirn&Geist, Spektrum der Wissenschaft, Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck
          12:30
          Gemeinsames Mittagessen
            Workshops

              Vorstellung neuer Medien-Community-Projekte

              14:00
              Workshop: Erfolgsfaktoren für Social Media
                Workshops
                  Moderation:
                  Björn Negelmann, Kongress Media Björn Negelmann Konferenzleitung, Kongress Media
                  15:00
                  Kaffeepause
                    Workshops

                      Social Media Technologie - Vom Publishing- zum Dialog-Konzept

                      15:30
                      • In jeder Ausgabe der Eltern werden aktuelle Diskussionen aus dem Forum von Eltern.de redaktionell aufgearbeitet. Welche Herausforderungen und Möglichkeiten dieses "Community-initiierte Agenda-Setting" bedeutet, erläutert Christine Putz in ihrem Beitrag.
                      Workshops
                      • 1) Fr Putz, beim kommenden Social Media FORUM berichten Sie über die Online-Community der Zeitschrift "Eltern". Mit welchen drei Schlagworten lässt sich Ihr Beitrag klassifizieren?
                      • 1) Community-Management auf Tuchfühlung (unmittelbare Nähe zum User), 2) Eltern.de: Community als sich selbst regulierendes System, 3) Print und Online-Themen generiert aus der Community
                      • 2) Seit wann gibt es Ihre Community und wie wurde sie initiiert?
                      • Eltern.de besteht seit 1998, gegründet durch die Print-Chefredaktion
                      • 3) Was ist der wesentliche Gegenstand Ihrer Community? Die erweiterte Diskussion von Beiträgen aus der Monatszeitschrift oder die Titel-unabhängige Diskussion zwischen Ihren Lesern?
                      • Wesentlicher Gegenstand unserer Community ist die titelunabhängige Diskussion
                      • 4) In jeder Ausgabe integrieren Sie einen redaktionellen Beitrag, der eine Diskussion aus Ihrer Community aufgreift? Welche Anforderung und welches Feedback stellt dieses Konzept?
                      • Anforderung an redaktionellen Beitrag in Print: Polarisierendes Thema Feedback: Richtung der Berichterstattung, Vorfühlen, wie die Leser (User) das Thema einschätzen
                      • 5) Wo sehen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten Ihrer Community?
                      • Entwicklungsmöglichkeiten: Social Networking, Regionalisierung, Individualisierung
                      Christine Putz, Gruner + Jahr AG & Co KG Christine Putz Community Management und Dokumentation, Gruner + Jahr AG & Co KG
                      16:00
                      Fallstudie: Leser-Community am Beispiel von Cosmopolitan
                      • Bereits seit 2001 gibt es auf Cosmopolitan.de den Diva’s Club, eine Community, die sich sehr schnell als relevante Größe im Frauen-Segment etabliert hat. Reinhard Baumeister spricht über die Hintergründe und Erfahrungswerte dieses Konzeptes.
                      Workshops
                        Reinhard Baumeister, MVG New Media Reinhard Baumeister Director Online/New Media, MVG New Media
                        16:30
                        Fallstudie: Umsetzung von Jolie.de - eine Frauen-Lifestyle-Community
                        • Welche technischen Herausforderungen stellen sich bei der Integration von Content und Community? Diese Frage diskutiert Hans Teske an der Umsetzung von Jolie.de, einer Lifestyle-Community von Axel Springer Mediahouse.
                        Workshops
                          Hans Teske, Axel Springer Mediahouse München GmbH Hans Teske Abteilungsleiter Technik/Design, Axel Springer Mediahouse München GmbH
                          17:00
                          Zusammenfassung zum Social Media FORUM 003
                            Workshops
                              Björn Negelmann, Kongress Media Björn Negelmann Konferenzleitung, Kongress Media
                              17:30
                              Get Together
                                Workshops

                                   

                                  Programmänderungen vorbehalten!

                                  Konzept & Hintergrund

                                  Das Social Media FORUM ist eine halbjährliche Fachkonferenz zu neuen Medienkonzepten in Zeiten von Web 2.0 und User-Generated Content. Die dritte Veranstaltung am 29.09. setzt ihren Schwerpunkt auf der Diskussion der Herausforderungen und Erfahrungswerte bei der Zusammenführung von "Conversational Media"-Ansätzen mit dem klassischen redaktionellen Alltag.

                                  Im Mittelpunkt stehen dabei die organisatorischen und technologischen Herausforderungen für Medien-Unternehmen bei der Umsetzung von Redaktionsblogs und der Integration von Feedback- und Kommentarmöglichkeiten in den Online-Publikationen. Verschiedene Best-Practices und Fachvorträgen systematisieren und diskutieren ihre Erfahrungswerte mit diesem neuen Konzept.

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